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binoviewer  - Praxistipps für Amateurastronomen

102/1300mm Maksutov-Cassegrain, Sky-Watcher Travelmax, Taufname "Stoppel", Hersteller: Synta

Qualität der Optik, Sterntest:

Das erste gelieferte Exemplar lag mit etwa 1/3-1/4 pv-wave knapp unterhalb der Beugungsgrenze und wurde mir vom Händler gegen ein besseres Exemplar getauscht. Dieses zeigt im Sterntest klar definierte Beugungsringen beidseitig des Fokus bei einer globalen Korrektur von etwa 1/4-1/5 pv-wave und hoher Glätte der Flächen.

Spiegelshifting ist fast keines vorhanden, selbst bei 200fach noch nicht bemerkbar und liegt bei wenigen Bogensekunden. Die fokusierung ging aber immer an einer Stelle pro Umdrehung des Fokussierknopf etwas ruppig, das war beim ersten Modell das ich hatte auch so. Nach einigen Monaten Gebrauch hast sich dieses Problem erledigt und die Fokussierung läuft nun fast völlig gleichmäßig.

Ich habe das Gerät zwischenzeitlich auch mal komplett zerlegt und dabei das Blendrohr des Fangspiegels und des Hauptspiegels innen mit Velours ausgekleidet, da es dort ziehmlich glänzt und bei der Mond- oder Sonnenbeobachtung ansonsten Kontrast verloren geht. Eine Taukappe mit aufsetzbarem Sonnenfilter habe ich ebenfalls bereits gebastelt. Eine Taukappe muß in kühlen Nächten unbedingt verwendet werden, da die Meniskuslinse andernfalls beschlagen kann. Zudem unterdrückt die Taukappe wirksam Streulicht.

Einsatz in der Praxis:

Auf jupiter bestätigte sich, was der Sterntest zeigte. Der Kontrast ist gut, es sind alle Einzelheiten zu sehen, die ich mir von einem beugungsbegrenzten 4"-Gerät mit 36% Obstruktion erwarte, also der GRF in Farbe, die BAR's deutlich als dunkle Knoten, die bläulichen Festoons und zb. auch der D-Spot am p-Rand des WO-BA, sowie dieses selbst sind zu erkennen. Anbei ein Bild, wie ich Jupiter bei ca. 200facher Vergrößerung und mittlerem Seeing (3/5) wahrnehme (das Bild ist gerechnet für 1024x768px bei 1m Abstand):

Jupiter bei 200fach

Unter besserem Seeing ist das Bild noch etwas schärfer. Die Abbildung des Gerätes ist bis 200fach sauber und wirklich scharf. Noch höhere Vergrößerungen bringen nur an Saturn und Mond einen kleinen Zugewinn. Meine persönlichen Bedingungen als Reise-Planeten-und-Mondgerät werden damit voll erfüllt.

Die Justierung ist etwas gewöhnungsbedürftig und hat mich am Anfang schwer beschäftigt. Zum Justieren hat man nicht die üblichen drei Paare von jeweils einer Zug- und Druckschraube, sondern die drei Zug- und Druckschrauben sind in konstantem Abstand abwechselnd vorzufinden. Die justierbare Hauptspiegelhalterung besteht aus zwei Platten. auf der Vorderen sitzt der Hauptspiegel und hier ist auch seitlich das gewinde drauf, mit dem man die ganze Fassung hinten in den Tubus schraubt. Dahinter ist die zweite Platte, die mit der ersten durch die Zug- Druckschrauben verbunden ist und den Tubus hinten abschließt.

Um zu begreifen wie man in diesem ungewöhnlichen Fall vorzugehen hat, hab ich das teil auseinandergenommen. Durch die Zugschrauben wird zum einen die hintere Abschlußplatte der Hauptspiegelhalterung an das Tubusende gedrückt, hier schlägt sie an. Dabei sichert ein gummiring die ganze Hauptspiegelhalterung gegen ein Verdrehen relativ zum Tubus.

Justiert wird, indem die hintere Platte entsprechend zur vorderen geneigt wird. Dabei muß man aber beachten, daß gleichzeitig auch immer die hintere Platte fest an das Tubusende gezogen wird (von den Zugschrauben), da sonst schon bei ganz leichten Stößen die Kollimierung verloren geht, trotz Gummiring. (zu beachten ist auch, daß besagter Gummiring sich durch Temperaturveränderung ausdehnt oder schrumpft. Die Kollimation ist daher regelmäßig vor jeder Beobachtung zu überprüfen.

Zum Kollimieren selbst geht man dann folgendermaßen vor: zuerst lockert man die kleineren Druckschrauben soweit es geht und zieht mit den größeren Zugschrauben die vordere Platte mit dem Hauptspiegel nach hinten. Jetzt zieht man auch die Druckschrauben alle an. damit hat man eine Art Nullposition eingenommen und alles sitzt fest auf Zug im Tubus. Nun beginnt die eigentliche Kollimation: an der nötigen Stelle eine der Zugschrauben lösen, dann die beiden danebenliegenden Druckschrauben gleichwertig gegenziehen und anschließend alle drei Zugschrauben wieder gut anziehen, da sonst die ganze Halterung nicht mehr fest am Tubus sitzt und sich wieder verdrehen kann. Dieser Ablauf wiederholt sich schrittweise, bis man am Endziel angelangt ist. Zuletzt alle Schrauben schrittweise auf festen Zug kontrollieren.

 

Ein paar Fotos, gemacht mit diesem Gerät (mehr Bilder in der Galerie):

Vollbild
Sonnenflecken

Vollbild
Monddetail

Vollbild
Saturn

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Jupiter

 

 

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