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binoviewer  - Praxistipps für Amateurastronomen

102/500mm Fraunhofer-Refraktor (Taufname "Richie"), Marke: Celestron Astro, Hersteller: Synta

Qualität der Optik, Sterntest:

Die Optik zeigte im Sterntest Unterkorrektur von etwa 1/4 pv-wave, sowie leichte Koma, welche auf ein Verkippung des Objektivs zurückzuführen war. Insgesamt war die Korrektur im Grünen knapp beugungsbegrenzt. Das ist bei diesen Geräten leider nur selten der Fall. Bisher war ich im Besitz dreier weiterer solcher Refraktoren, welche alle eine fehlerhafte, nicht beugungsbegrenzte Optik aufwiesen. Häufigster Fehler ist Astigmatismus in Verbindung mit Koma durch Versatz der Linsen zueinander, welcher seine Ursache wiederum in der zu groß dimensionierten Linsenfassung hat. Das Spiel der Linsen in der Fassung beträgt bis zu 1,5mm! Dieser Fehler kann daher auch plötzlich nach einem Transport des Gerätes auftreten. Das Fassungsspiel sollte unbedingt durch Unterlegen von Einkleben von Tesafilm o. ä. reduziert werden.

Ebensohäufig trifft man auf große Sphärischer Aberration von nicht selten 1/3 pv-wave. Die Beugungsgrenze wird dann bei weitem nicht mehr erreicht, das Gerät eignet sich aber immer noch für geringe Vergrößerungen bis etwa 50x. Die Sphärische Aberration kann durch verändern des Linsenabstandes eventuell bastlerisch veringert werden.

Der Farbfehler ist ein nicht zu vermeidender, designbedingter Fehler und wirkt sich ebenfalls stark leistungsmindernd aus. Blauviolette Höfe um helle Objekte wie Sonne, Mond und Planeten sind die Folge. Die blauviolette Farbinformation fehlt im Bild und verringert so vor allem bei der Beobachtung des Planeten Jupiter deutlich den Kontrast, etwas weniger schlimm auch bei Saturn.

Einsatzbereich:

Dieses Gerät ist vorwiegend für die Beobachtung von Deepsky-Objekten geeignet, wobei aber auch hier die Leistung eines gleichgroßen Apochromaten nicht erreicht wird. Die Beobachtung von Sonne, Mond und Planeten ist möglich, aber für versierte Beobachter nicht befriedigend.

Test auf Trennvermögen:

Epsilon Arietis 5,2/5,5/1,4" nach dem Dawes-Kriterium getrennt. Es konnte aber kein Abstand zwischen den beiden Komponenten beobachtet werden.

Test an den Planeten Saturn und Jupiter:

An Saturn ist ab 50x die Cassiniteilung als dunkleres Minimum an den Ecken zu erkennen. Ab 100x ist sie problemlos zu sehen, als feine schwarze Linie, aber nicht ganz umlaufend. Der Farbsaum stört bereits aber ein leichtes Gelbfilter macht das Bild wieder etwas schärfer. Bei 180x wird der Planet ein klein wenig flauer, ist aber mit dem Gelbfilter immer noch als kantenscharf zu bezeichnen und zeigt mehr Details als bei 100x oder 120x. Bei Seeing 3/5 ist hier ohnehin schon die sinnvolle Vergrößerungsgrenze erreicht. Die EZ, das NEB, der dunklere Polbereich und 5 Monde sind zu erkennen. (5 Monde nur ohne Filter und deutlicher bei 60x).

Der Skyglowfilter macht bei diesem Refraktor keinen Sinn, weil man wegen dem Farbfehler ohnehin den Gelbfilter verwenden muß. Eine Kombination der beiden Filter bringt keinen Kontrastgewinn und macht das Bild zu dunkel.

Bei Jupiter sind etliche Details zu sehen, z.B. im NEB befanden sich drei dunkelbraune BARGE's. Bei Jupiter braucht man schon bei geringen Vergrößerungen einen Gelbfilter, der Blausaum stört schon bei 30x erheblich. Bei Seeing 3/5 ist bei ca. 200x die Grenze des Sinnvollen erreicht. Der Skyglowfilter bringt an Jupiter ebenfalls keine Verbesserung, da er den Blausaum nicht veringert, sondern eher sogar deutlicher wird. Zwar zeigt dieses Gerät an Jupiter doch einige der interessanten, feineren Details, die Bildästhetik ist aber äußerst gering und leidet stark unter der Chromasie.

Fazit:

Der 4"f5 Richfield-Refraktor zeigt im Trennvermögen und bei den Planeten Jupiter u. Saturn einige interessante Details. Der Farbfehler ist bei Deepsky-Objekten auch über 120x nicht direkt erkennbar, bei Saturn ab etwa 60x und bei Mond und Jupiter schon ab 30x. Ein gutes Gelbfilter kaschiert Ihn aber bis 180x fast vollständig. Das Trennvermögen liegt bei 1.4" nach Dawes bei Seeing 3/5, Bei besserem Seeing und höherer Vergrößerung dürfte diese Distanz auch nach Rayleigh zu trennen sein.

 

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