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binoviewer  - Praxistipps für Amateurastronomen

Jupiterbeobachtung - Seite 1

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Einleitung:

Dieser Artikel soll dabei helfen, sich auf Jupiter besser orientieren zu können und beobachtete Einzelheiten klassifizieren und eindeutig bezeichnen zu können. Beim Verfassen von Beobachtungsberichten sollte auf die international anerkannte Nomenklatur zurückgegriffen werden, um Mißverständnisse auszuschließen. So können fremde Beobachtungen besser nachvollzogen und diskutiert werden.

Gerade für den Einsteiger ist es oft nicht leicht das Beobachtete richtig einzuordnen und auszudrücken. Oftmals ist es schon schwer genug die Himmelsrichtungen beim Anblick des Planeten im Teleskop richtig zu bestimmen. Auch hierzu habe ich ein paar hilfreiche Bilder erstellt.

Alle Details auf Jupiter sind ständigen Änderungen unterworfen, viele davon entstehen und verschwinden wieder oder ändern ihre Position. Das ist es auch was die Jupiterbeobachtung für den Amateur so interessant macht. Bereits ganz kleine Geräte zeigen ein Menge an Details, wobei mit steigender Beobachtungserfahrung immer mehr erkannt werden kann. Dann können schon mit 60mm Öffnung interessante Beobachtungen und auch Zeichnungen gemacht werden Zum Anfertigen von Zeichnungen sollten die genormten Jupiterschablonen der VdS verwendet werden. Um zu zeigen was ein Gerät bestimmter Größe und Qualiät überhaupt auf Jupiter zu zeigen vermag, habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

 

Orientierung:

Um Irritationen und Verwirrungen durch Mißverständnisse in der Orientierung zu vermeiden, gibt es keine herkömmliche Ost-West-Richtung auf Jupiter. Da Jupiter aufrechtstehend wie auch kopfstehend oder gar in Schräglage beobachtet wird, ist hier eine Orientierung in p.- und f.-Richtung von der Lage Jupiters unabhängig. Die p.-Seite (preceeding = vorangehend) Jupiters ist die Seite zu der die p.-Seite eines Objektes in Rotationsrichtung zeigt, die f.-Seite (following = nachfolgend) Jupiters ist die Seite zu der die f.-Seite eines Objektes gegen die Rotationsrichtung zeigt. Meint man auf Jupiter "rechts" oder "links" bzw. "Ost" oder "West", spricht man besser von p.-seitig oder f.-seitig vom Zentralmeridian, welcher die gedachte Mittellinie der sichtbaren Jupiterscheibe von Pol zu Pol darstellt. So kann es zu keinen Missverständnissen kommen.

ohne Instrument Refraktor m. Zenitspiegel SCT mit Zenitspiegel Newtonteleskop

 

Zur Angabe der Position eines Objektes werden, wie auch auf der Erde, Längen- und Breitengrade verwendet. So liegt zum Beispiel der GRF zur Zeit (2002) bei etwa 75° Länge. Dabei ist zu beachten, das Jupiter nicht in allen Breitengraden gleich schnell rotiert. Für visuelle Beobachtungen muss in zwei Rotationssysteme getrennt werden:

Systeme

Rotationssystem II gilt für alle nördl. u. südl. Breiten

 

Rotationssystem I ist der Bereich der Äquatorzone

(Rotationssystem III ist nur für den Radiowellenbereich von Bedeutung)

 

System I hat eine Rotationsdauer von 9h50m30s, System II hingegen ist mit 9h55m41s langsamer.

Bewegt sich ein Objekt gerade über die Nord-Süd-Achse so steht es im Zentralmeridian. Für die praktische Beobachtung ist wichtig zu wissen, dass ein Objekt nach Erscheinen am Rand des Jupiterscheibchens etwa 1,5 Stunden später im Zentralmeridian steht, insgesamt also nur drei Stunden pro Rotation sichtbar ist. Wenn man die Verzerrung am Rand berücksichtigt ist die sinnvolle Beobachtung eines Objektes auf etwa 2 Stunden beschränkt. Will man also z.B. den GRF nicht verpassen, so sollte man sich rechtzeitig über dessen Durchgangszeiten informieren. Auskunft über die Durchgangszeiten des GRF, über die Mondstellungen und die Mondereignisse (Durchgänge, Schattendurchgänge, Verfinsterungen u. Bedeckungen) gibt folgendes Java-Applet "The Planets".

 

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